| "Louverture stirbt 1803" lic. phil. Hans Fässler Cunzstr. 31 9016 St. Gallen Tel. 071 288 39 52 hans.faessler@vww.ch Evangelische Kirchgemeinde C Kirchengutsverwaltung Magnihalden 15 9004 St. Gallen St. Gallen, 27. Februar 2001 Trikolore an Laurenzen Sehr geehrte Damen und Herren Bevor ich mein Anliegen vorbringe, möchte ich mich kurz vorstellen: Ich habe nach Absolvierung des Gymnasiums in St. Gallen an der Universität Zürich Englisch und Geschichte studiert und anschliessend das Mittelschullehrerdiplom erworben. 1984-1994 war ich Mitglied des Grossen Rates und 1986-1993 Sekretär der Sozialdemokratischen Partei des Kantons St. Gallen. Zur Zeit bin ich Mittelschullehrer an der Kantonsschule in Trogen und Hausmann mit zwei Kindern. Ausserdem war ich in jüngster Zeit noch Mitglied der Verfassungskommission des Kantons St. Gallen. Für das Kantonsjubiläum im Jahre 2003 arbeite ich seit eineinhalb Jahren am Kabarettprogramm "Louverture stirbt 1803", welches auf satirische Art und Weise die Geschichte des Kantons St. Gallen und seine aktuelle Befindlichkeit darstellen soll und über welches Sie sich unter http://www.louverture.ch informieren können. Dabei möchte ich auch auf die Zeit der Helvetik eingehen. Bei Georg Thürer fand ich dazu in seiner St. Galler Geschichte die Episode mit dem helvetischen Regierungs-kommissar Erlacher aus Basel, welcher mit den Franzosen nach St. Gallen gekommen war und sofort "die Trikolore von den Türmen der Klosterkirche wehen" liess (Thürer, Band II, Seite 121) . Wie Sie sicher wissen, haben mir weder der Bischof noch der Kanton St. Gallen die Nachstellung dieser historischen Szene für eine kurze Fotoaufnahme gestattet, und weder Rekurse bei der Bischofskonferenz und beim päpstlichen Nuntius noch ein persönliches Gespräch mit dem Bischof haben daran etwas ändern können. Im Moment ist übrigens noch eine Aufsichtsbeschwerde beim Staatssekretariat des Heiligen Stuhls in Rom hängig. Nun habe ich in der Zwischenzeit herausgefunden, dass die Klostertürme nicht der einzige Ort waren, wo man 1798 die Trikolore flattern liess. So heisst es bei Bernhard Wartmann: "Am Morgen des 7. Mai 1798 langten die zwei nach Will gesandten Bürger wieder in der Stadt an, und nach erteiltem Bericht wurden der Freiheitsbaum am Markt vor dem Rathause aufgerichtet und auf St. Laurenzenturm zwei Fahnen mit den oben erwähnten Farben aufgesteckt." ("Zur Geschichte der Helvetischen Revolution in Stadt und Landschaft St. Gallen", hrsg. v. Historischen Verein des Kt. St. Gallen, St. Gallen 1998, S. 68). Es scheint sogar, dass diese Hissung der Trikolore jener an den Klostertürmen (vermutlich am 8. Mai) vorausging. Ich möchte Sie nun deshalb ersuchen, mir für die Laurenzenkirche eine Bewilligung für eine kurze historische Beflaggung mit der Trikolore zwecks einer fotographischen Aufnahme zu erteilen oder aber mein Schreiben an diejenige Instanz weiterzuleiten, welche für eine solche Bewilligung zuständig ist. Ich hoffe auf eine wohlwollende Prüfung meines Anliegens. Mit freundlichen Grüssen lic. phil. Hans Fässler, Kabarettist |